GONON

Frankreich, Rhône

Die Appellation Saint Joseph ist nach Crozes-Hermitage flächenmäßig das zweitgrößte Weinanbaugebiet an der Nördlichen Rhône und erstreckt sich über eine Länge von 60 Kilometern beginnend im Norden bei Condrieu bis nach Valence im Süden. Der alte Kernbereich, jener der den besonderen Ruf dieser Weine  im Mittelalter begründete liegt gegenüber des Hermitage-Bergs auf der rechten Seite der Rhone in steilen Weinbergsterrassen auf Garnitböden. Hier in den Gemeinden Mauves, Tournon-sur-Rhône und Saint Jean de Muzols liegen die Weinbergsparzellen der Familie Gonon.

“Gonon is the benchmark St-Joseph domaine” - John Livingstone, Wines of the Northern Rhône

“While it has been frustrating to watch (and pay) steadily increasing prices for Pierre and Jean Gonon’s wines, the fact is that they still deliver the best value for top-drawer wine in the northern Rhône. In fact, I would place this estate squarely on my “A” list of wine producers in the world, such is the consistent high quality of the wines for over a decade now.” – Josh Raynolds 2016 Vinous Media

Die Appellation Saint Joseph ist nach Crozes-Hermitage flächenmäßig das zweitgrößte Weinanbaugebiet an der Nördlichen Rhône und erstreckt sich über eine Länge von 60 Kilometern beginnend im Norden bei Condrieu bis nach Valence im Süden. Der alte Kernbereich, jener der den besonderen Ruf dieser Weine  im Mittelalter begründete liegt gegenüber des Hermitage-Bergs auf der rechten Seite der Rhone in steilen Weinbergsterrassen auf Garnitböden. Hier in den Gemeinden Mauves, Tournon-sur-Rhône und Saint Jean de Muzols liegen die Weinbergsparzellen der Familie Gonon.

Vater Pierre Gonon legte bereits Anfang der 50er Jahre den Grundstock, indem er die steilen Terrassenlagen im alten Kerngebiet von Saint Joseph, in Mauves, Tournon und St. Jean de Muzols komplett mit Syrah-Stöcken aus einer „sélection massale“, also alten Edelreißern des Hermitage-Berges bepflanzte. Es sind extrem steile Terrassen, von Hand in den puren Fels aus Granit und Kalkstein gehauen. Inzwischen haben seine Söhne Jean und Pierre das Ruder übernommen. Sie bewirtschaften diese Weinberge rein manuell und biologisch, selbst ein Traktor würde ihrer Meinung nach den Boden zu stark verdichten. Auch im Keller geht es bewusst traditionell zu: Die Trauben werden je nach Jahrgang nur zum Teil, manchmal auch gar nicht entrappt, die Maichegärung findet in offenen Holzbottichen statt, für den Ausbau stehen verschiedenste Holzfässer zur Verfügung, neue Fässer werden jedoch nie verwendet. Bewusst verzichtet man auf eine moderne, übermäßige Extraktion, damit die finessenreiche Mineralik der steinigen Terrassen perfekt zum Ausdruck kommt. Abgefüllt wird selbstverständlich ohne jegliche Schönung oder Filtration. 

Seit 2004 werden die Weinberge biologisch bewirtschaftet. Um eine Verdichtung des Bodens zu vermeiden verwendet man zum Pflügen einen besonders leichten Mikrotraktor oder praktiziert dieses mit einem eigenen Pferd. Zudem bedient man sich hier und da auch biodynamischer Praktiken, um die Widerstandsfähigkeit und die Gesundheit der Reben zu stärken. Gelesen wir nach dem Prinzip „á la Carte“, was so viel bedeutet dass man die Trauben jeder einzelnen Parzelle verkostet und auf Reife der Frucht und Tannine sensorisch prüft. Nicht die Technik oder chemische Analyse bestimmt also das Tun von Jean und Pierre Gonon sondern einzig und allein Intuition und Erfahrung.

Jean und Pierre Gonon pflegen zudem eine Tradition wie sie sonst nur noch bei Jean Louis Chave, Bernard Faurie oder Jamet zu finden ist. Es gibt bei ihnen immer nur einen Wein, also einen Saint Joseph. Ihr Wein ist immer eine Assemblage verschiedenster Parzellen. Die Idee dahinter ist so simpel wie alt und vor allem bewährt: Jeder Weinberg trägt mit seiner eigenen Charakteristik zum Gesamtbild des Weines bei, das Ergebnis ist ein komplexerer Wein. Und so sieht das im Einzelnen aus: Die Terrassen aus Tournon ergeben stets einen Wein die kühler Cassisfrucht und einer feine Mineralik im Abgang, die an Graphit erinnert. Die Parzelle aus Mauves verleiht viel Charme und die Seidigkeit, und die bis zu 90 Jahre alten Reben aus Saint Jean de Muzol mit Südausrichtung geben Konzentration, Finesse und Tiefgang dazu. Das Ergebnis ist ein Saint Joseph, der alle diese Komponenten in sich vereint. 

Der Saint Joseph besitzt hier jene Klasse und Finesse, welche die Rebsorte Syrah nur hier an der Nördlichen Rhône und hier nur von den kargen Granitterrassen hervorbringt. Mit nur 12,8 % Alkohol unterscheidet er sich deutlich von den Syrahweinen aus dem Languedoc oder aus Übersee, die 14% Alkohol und mehr auf die Waage bringen. Die gesamte Textur gleicht hier eher einem klassischen, großen Bordeaux oder feinen Burgunder. Nichtumsonst werden die Gonons deshalb von Insidern auch als die „Chaves von Saint Joseph“ genannt, in Anlehnung an die berühmte Hermitage-Domaine.

Die Familie Gonon bewirtschaftet vier Weinbergsterrassen im alten Kerngebiet von Saint Joseph:

"Saint Jean":Die über 50 Jahre alten Syrah-Stöcke wurzeln in einem eher brüchigen, verwitterten Granit.

"La Croix de Peygros": Oberhalb von Ort Tournon gelegen. 20-jährige Reben in hoher Pflanzdichte auf «Granit pourri».

"La Montchaude": An Tournon angrenzend ist hier der Granitboden mit Lehm durchsetzt.

"Coteau des Oliviers": Die berühmteste Saint-Josephe. Vor der Schaffung der AOC Saint-Joseph im Jahr 1956 wurden die Weine dieser Lage als Cru «Vin des Oliviers» verkauft. Hier wachsen die Reben in kieselsteindurchsetzten Böden auf einer Granitunterlage.

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